Ausstellungen 2003 - 2004

Stationen der europäischen Salonkultur

vom 30. Januar bis 1. April 2003
Bild einer Salongesselschaft

Der literarische Salon gehört zu den faszinierendsten Phänomenen der europäischen Kulturgeschichte. Eine lange Tradition, die mehrere Epochen mit verschiedenen Blütezeiten umfasst und sich in unterschiedlicher Ausprägung auf nahezu alle Länder Europas erstreckt, kennzeichnet ihn.

Seit seiner Entstehung bzw. seinen Vorformen in der Renaissance bis zu seinem Aussterben im 20. Jahrhundert versinnbildlicht er das Europa des Geistes und ist zugleich stets der „Schauplatz einer Generalprobe der Emanzipation der Frau“ (Wilhelmy) gewesen.

Die Ausstellung kann nicht jede Erscheinungsform des Salons berücksichtigen, doch soll ein Blick auf die prägendsten und interessantesten Stationen in der Entwicklungsgeschichte des literarischen Salons paradigmatisch eine Vorstellung von dessen schillernder Vielfalt vermitteln.

Dabei wird der kulturhistorische Ansatz durch biographische Skizzen erweitert und koloriert, denn das Spektrum der literarischen Salons in Europa setzt sich aus kontrastierenden, farbenprächtigen Gestalten zusammen, die zu beleuchten für das Verständnis dieser Geselligkeitsform unerlässlich ist.

eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Museum der Deutschen Frühromantik Jena



Freimaurer. Entstehung und Geschichte eines Männerbundes

vom 17. Juli bis 2. November 2003
Freimauer

Die Ausstellung thematisiert die europäische Freimaurerei von ihren legendären Ursprüngen bis in die Gegenwart, wobei das Hauptaugenmerk auf dem 18./19. Jahrhundert liegt.

Im Mittelpunkt stehen die Ziele der Freimaurerei, ihr Innenleben, ihre Organisationsstrukturen, ihr Verhältnis zu Staat, Politik, Gesellschaft, Kultur und Kirche sowie auch das Verhältnis zu ihren Gegnern.

Ferner wird der Frage nach dem bürgerlichen Selbstverständnis der Freimaurer nachgegangen und ihrer Rolle und Wirkung auf dem Weg zur bürgerlichen Gesellschaft.

Studierende des Instituts für Europäische Ethnologie/ Kulturwissenschaft haben hier insbesondere die Marburger Freimaurergeschichte aufgearbeitet und dabei die typischen Entwicklungsstränge dieser Geheimgesellchaften sowie die Lebensbilder herausragender Vertreter beleuchtet.

eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum „Göhre“ in Jena und dem Institut für Europäische Ethnologie/ Kulturwissenschaft der Philipps-Universität Marburg



Auf Dornen oder Rosen hingesunken?
Eros und Poesie bei Clemens Brentano

vom 27. November 2003 bis 21. März 2004
Illustration

Die Ausstellung „Auf Dornen oder Rosen hingesunken?“ legt ihr Hauptaugenmerk auf das Thema „Eros und Poesie bei Clemens Brentano“. Damit sind vor allem die Frauen in Brentanos Leben angesprochen, denen seine Liebeslyrik galt: Sophie Mereau, Minna Reichenbach, Auguste Bußmann, Luise Hensel, Emilie Linder und andere.

In Verbindung mit den einzelnen Frauenportraits werden prototypisch psychologische, poetologische und ästhetische Teilansichten seines lyrischen Corpus nachgezeichnet.

Das heißt aber nicht, dass Brentanos individuelle Erfahrungen unmittelbar in seine Dichtungen eingegangen seien nach Art einer 'Erlebnislyrik'. Vielmehr ist die Liebe in Brentanos Werk von der herrschenden romantischen Vorstellung geprägt, die die Auffassung des Lebens als Kunstwerk begreift und die 'Romantisierung' aller Lebensbereiche zur Forderung erhebt



Samuel Thomas Soemmerring (1755-1830)
Mediziner und Naturwissenschaftler zwischen Aufklärung und Romantik

vom 2. April 2004 bis 31. August 2004
Soemmering persöhnlich

In Zusammenarbeit mit der Emil von Behring-Bibliothek für Geschichte und Ethik der Medizin und dem Institut für Geschichte der Pharmazie der Philipps-Universität Marburg ist ein umfangreiches Vortragsprogramm entstanden, zu dem wir Sie herzlich einladen möchten.

Die Vorträge finden - wenn nicht anders angegeben - im Haus der Romantik, Markt 16, statt.




160 Jahre Struwwelpeter

vom 18. September 2004 bis 20. Februar 2005
Struwwelpeter

Vorweihnachtszeit 1844: Erfolglos sucht Heinrich Hoffmann in den Frankfurter Buchläden nach einem Bilderbuch für Carl, seinen 3-jährigen Sohn.

Enttäuscht vom wenig kindgerechten Angebot macht er sich selbst ans Werk, zeichnet und reimt. Am Weihnachtsabend ist das Bilderbuch fertig. Zacharias Löwenthal, ein Freund Hoffmanns und Verleger, sieht das selbstgemachte Heft und erkennt die Neuheit. Er überredet Hoffmann zur Veröffentlichung.

Unter dem Pseudonym “Reimerich Kinderlieb” erscheint im Herbst 1845 die erste Auflage mit dem Titel Lustige Geschichten und drollige Bilder - ein Welterfolg ist geboren. Heute ist Struwwelpeter in über 40 Sprachen übersetzt, darunter Chinesisch, Japanisch, Rätoromanisch, Jiddisch, und Esperanto.

Interessante Exponate erzählen von Heinrich Hoffmanns Leben als Arzt, Poet und Kinderbuchautor. Seltene Ausgaben, exotische Übersetzungen, witzige Parodien, Karikaturen, Kitsch und Kunst künden vom erstaunlichen Erfolg des Bilderbuchklassikers.

Der größte Teil der Ausstellung wurde uns von der Privatsammlerin Frau Gudrun Scholtz-Knobloch zur Verfügung gestellt.