Ausstellungen 2005 - 2006

Marburger Töpferalltag um 1800

vom 11. März 2005 bis 10. Juli 2005
Töpferemblem

„In Marburg ist’s warm, grob und zutraulich. In Göttingen gedeihen Kamele, Heidekraut, Professorentöchter und Würste; in Marburg frohe Burschen, Maiblumen, liebe Mädchen und irdene Waren“, schrieb Ernst Koch unter dem Pseudonym Eduard Helmer 1834.

Als populärer Schriftsteller verwob er die Keramikherstellung unmittelbar mit einer Charakterisierung der Stadt Marburg. Zu dieser Zeit müssen also auffällig viele Menschen in Marburg in Töpfereien gearbeitet haben. Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stieg die Zahl der Töpferwerkstätten in Marburg bis zu einem Höchststand im Jahr 1858 kontinuierlich an.

Durch die innovative Umstellung eines größeren Teils der Produktion auf Trinkgeschirre und die Anbringung von Auflagendekoren wurde die Marburger Ware europaweit bekannt.

Die Ausstellung widmet sich diesem bedeutenden Handwerkerstand und nimmt vor allem den Alltag der Töpferfamilien in den Blick. Wo lebten und wie arbeiten sie, wo und wie setzen sie ihre Waren ab, welche Rollen hatten die Frauen und Kinder bei der Keramikherstellung und wie ging es mit dem Marburger Häfnerhandwerk zu Ende?

All diesen Fragen ging eine Studierenden Gruppe des Instituts für Europäische Ethnologie / Kulturwissenschaft nach, die diese Ausstellung unter der Leitung von Dr. Jürgen Wittstock, Thomas Schindler M. A. und Prof. Dr. Marita Metz-Becker erarbeitet hat.



Hans Christian Andersen – Leben und Werk

vom 22. Juli 2005 bis 26. Oktober 2005
Hans Christian Andersen

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Skandinavistik an der Philipps-Universität, der KunstWerkStatt Malschule Marburg e.V., dem KFZ Kulturladen, den Marburger Kinobetrieben und der Königlich Dänischen Botschaft in Berlin ist ein umfangreiches Begleitprogramm entstanden:

Märchenlesung für Kinder und Erwachsene mit Frau Fil. Mag. Gunilla Rising Hintz

Kinomatinee: „Das Mädchen aus der Streichholzfabrik“.
Ein Film von Aki Kausismäki, Cineplex

Hans Christian Andersen Märchenfilmreihe. Vor Beginn Märchenlesung
mit Frau Fil. Mag. Gunilla Rising Hintz, Cineplex

Scherenschnitte nach Hans Christian Andersen
mit Frau Ursula Gottwald, KunstWerkStatt, Universitätsstraße 4

Kindertheater Mario: „Das hässliche junge Entlein“, KFZ Kulturladen



Die Brüder Grimm in Berlin

vom 17. November 2005 bis 19. März 2006
Arbeitszimmer

Ausstellung und Katalog - der im Marburger Haus der Romantik erworben werden kann - zeigen das enorme wissenschaftliche und literarische Werk der Brüder Grimm, dessen Anfang auf ihre Studienzeit in Marburg zurückgeht.

Savigny als ihr Jura-Professor weckte ihr Interesse für die Literatur vergangener Zeiten. Bei ihm lernten sie auch Clemens und Bettina Brentano kennen, deren Sammelleidenschaft für “Des Knaben Wunderhorn” sie anspornte und den Keim für die eigenen Sammlungen der Brüder Grimm legte.

Nach Berlin kamen Jacob und Wilhelm Grimm 1841 auf Einladung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV, der es ihnen ermöglichte, hier ohne materielle Not ihren wissenschaftlichen Arbeiten nachgehen zu können.

Aus ihrer umfangreichen Bibliothek sind ca. 5.500 Bände als geschlossener Sonderbestand in der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität vorhanden. Originalgroße photographische Wiedergaben Grimmscher Bücherregale sind eine besondere Attraktion der Ausstellung

Mit dieser Ausstellung, die 2004 aus Anlaß des hundertfünfzigsten Jahrestages seit der Vollendung von Band I des Grimmschen Wörterbuches entstand, sind die Humboldt-Universität Berlin, die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften und die Grimm-Sozietät zu Berlin e. V., gegründet 1991, im Marburger Haus der Romantik zu Gast.



Romantisches Marburg: Gassen, Gärten und Hinterhöfe

vom 31. März 2006 bis 25. Juni 2006
romantisches Marburg

„Da bin ich nun in Marburg und Gott sey Dank noch gesund. (...) Es gefällt mir sonst recht gut hier. Ich weisz nicht, ob Sie, mein Lieber, schon einmal hier waren, aber die Lage Marburgs und umliegende Gegend ist gewisz sehr schön. Besonders wenn man in der Nähe des Schlosses steht und da herunter sieht. (...) Bisweilen gehe ich spazieren. Oh, eine prächtige Gegend. Mit jedem Schritt romantischer und schöner.“

So urteilte Jacob Grimm im Jahr 1802 in einem Brief an seinen Freund Paul Wigand.

Wie zauberhaft sich Marburg noch heute darbietet, haben Hannes Kleinhenz und Wolfgang Schekanski mit dieser Ausstellung deutlich gemacht. Marburg erschließt sich dem Besucher oft erst außerhalb der großen Touristenrouten, auf den zweiten Blick sozusagen, wenn er sich Zeit nimmt, umherstreift, mit Muße schlendert, und so in den verwinkelten Gassen, Gärten und Hinterhöfen Ansichten findet, die er bisher übersehen oder gar nicht geahnt hat.

Die Fotografien und die Texte der Ausstellung zeigen ein Marburg ganz eigener Art und laden ein, die fotografierten Orte selber aufzusuchen und die Stadt für sich selbst Tag für Tag neu zu entdecken. Wer dabei seine Augen und Sinne schweifen lässt, den ergreift und berührt die besondere Atmosphäre und Stimmung Marburgs, die viele einfach mit dem Wort „romantisch“ umschreiben.



Vom Ausschneidebogen zum Papiertheater

vom 23. November 2006 bis 18. Februar 2007
Papiertheather

Es handelt sich um die größte Papiertheatersammlung Deutschlands, die von Walter Röhler, Darmstadt, in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts angelegt wurde. Große Teile der Sammlung sind bis zum 18. Februar in Marburger Haus der Romantik zu sehen.

Sammlung Walter Röhler, Darmstadt

Begleitprogramm:

Märchenlesungen und Führung durch die Ausstellung
für Kinder an 4 Adventsamstagen