Ausstellungen 2009 - 2010

Grimmskrams & Märchendising
Die Popularität der Brüder Grimm und ihrer Märchen in Hessen heute

vom 13. Dezember 2008 bis 6. Februar 2009
Brüder Grimm - Popularität

Die Brüder Grimm lebten und studierten in Hessen, deshalb sind sie und ihre Märchen hier besonders populär. Gesteigert wird diese Popularität seit kurzem dadurch, dass die Unesco Grimms Kasseler Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen zum Weltdokumentenerbe (Memory of the World) erklärt hat.

Dies gab dem Fach Europäische Ethnologie/ Kulturwissenschaft der Philipps-Universität Marburg Anlass, sich in einem dreisemestrigen Lehrforschungsprojekt mit der Popularität der Brüder Grimm und ihrer Märchen in Hessen heute zu beschäftigen. 62 Studierende haben 13 Ausstellungsmodule erarbeitet, die zeigen, inwiefern die Grimms und ihre Märchen zu einem Bestandteil der Massenkultur und Erlebnisgesellschaft geworden sind.

Im Marburger Haus der Romantik geben Märchenillustrationen spannende Einblicke in künstlerische Darstellungsweisen aus zwei Jahrhunderten am Beispiel der Märchen-Motive Hexe, Prinzessin und Dornröschen. Märchenfilme erzählen über die Handlungsebene hinaus etwas über die Gesellschaft, in der sie produziert wurden.

Völlig andere Zugänge zu Märchen vermittelt die Darstellung Pornografie und Fetisch; sie konzentriert sich auf sexuelle Elemente und deren Umarbeitung in den Märchen Dornröschen, Schneewittchen, Rotkäppchen und Aschenputtel.

Die Märchenarchäologie stellt Hintergründe des Märchens von Hänsel und Gretel anhand von historischen Zeugnisse und Relikten dar.

Eine Treppeninstallation thematisiert Krankheiten: Rapunzel-Syndrom, Schneewittchen-Syndrom, Dornröschen-Syndrom.

Außerdem hat die Marburger Brüder-Grimm-Schule Arbeiten von Schülerinnen und Schülern beigesteuert.

Eine Ausstellung des Instituts für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft der Philipps-Universität Marburg, aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, in Kooperation mit dem Magistrat der Universitätsstadt Marburg/Fachdienst Kultur und dem Marburger Haus der Romantik e. V.



Hessen im Rheinbund
Die Napoleonische Jahre 1806 - 1813

vom 6. März 2009 bis 7. Juni 2009

Jerom König Im Jahr 1806 schlossen sich mehrere in der Mitte Deutschlands gelegene und neu entstandene souveräne Staatsgebilde zum Rheinbund zusammen. Förderer und Protektor des Bundes war Napoleon I. Die Folgen des mit der Reinbundgründung verbundenen gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Wandels sind z.T bis heute in Hessen spürbar.

Die aus 24 Schautafeln bestehende Wanderausstellung führt in die unmittelbare Vorgeschichte und in die Geschichte des Rheinbundes ein und beleuchtet umfassend dessen territoriale und innenpolitische Auswirkungen.

Im Haus der Romantik wird die Tafelausstellung, die von den Hessischen Staatsarchiven entwickelt wurde, durch zahlreiche Originaldokumente des Staaatsarchivs Marburg ergänzt.

Eine Wanderausstellung der Hessischen Staatsarchive in Marburger Haus der Romantik



Joseph von Eichendorff (1788 – 1857) wieder finden

vom 19. Juni 2009 bis 4. Oktober 2009
Joseph von Eichendorf

Die Ausstellung „Eichendorff wieder finden Joseph von Eichendorff 1788-1857" wurde in Zusammenarbeit mit der Eichendorff-Gesellschaft e.V. vom Freien Deutschen Hochstift-Frankfurter Goethe-Museum erarbeitet und stützt sich auf dessen reiche Bestände: Das Freie Deutsche Hochstift besitzt als eines der bedeutendsten Archive zur Romantik den weltweit größten Nachlassteil des Dichters

Die Ausstellung zeigt auf der Grundlage neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und wieder entdeckter Handschriften ein differenziertes Bild Joseph von Eichendorffs.



Die Welt umwälzen
Bettine von Arnim geb. Brentano (1785 – 1859)

vom 30. Oktoberi 2009 bis 31. Januar 2010

Bettina Brentano Aus Anlass ihres 150. Todestages am 20. Januar 2009 widmet das Freie Deutsche Hochstift/Frankfurter Goethe-Museum Bettine von Arnim geb. Brentano eine Gedenk-ausstellung.

Die Enkelin Sophie von La Roches, Schwester Clemens Brentanos und Gattin Achim von Arnims ist nicht nur eine der herausragenden Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts, sondern neben Coethes Mutter Catharina Elisabeth auch eine der prominentesten Frankfurterinnen überhaupt. Diese Exposition beschäftigt sich nur am Rande mit der Biografie Bettine von Arnims. Statt dessen steht ihr Wirken im Mittelpunkt – und diese Wirksamkeit geht weit über den Bereich der Literatur hinaus.

Bettine von Arnim hat sich neben dem Schreiben auch als bildende Künstlerin und als Komponistin betätigt. Von ihr stammen nicht nur zahlreiche Zeichnungen und der Entwurf für das große Goethe-Denkmal, das heute um Neuen Museum der Stadt Weimar steht, sondern auch diverse Gedichtvertonungen.

Darüber hinaus hatte sie den Anspruch, politisch zu wirken. Sie hat für die Berufung der in Göttingen ihres Amtes enthobenen Brüder Grimm nach Berlin gesorgt, sich für politisch Verfolgte wie Friedrich Wilhelm Schloeffel, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben und Gottfried Kinkel eingesetzt, ein stetes Engagement für die Armen betrieben und die Freiheitsrechte der unterdrückten Polen eingeklagt.

Um ihre Ziele zu erreichen, korrespondierte sie mit einflussreichen Persönlichkeiten ihrer Zeit, darunter den Regenten mehrerer deutscher Länder: dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV., dem bayerischen König Ludwig I., dem Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach und dem Kronprinzen Karl von Württemberg.

Ihr Gestaltungswille umfasst aber noch viele andere Bereiche: Theologie, Philosophie, Pädagogik und Medizin. All diese Facetten werden in der Ausstellung beleuchtet.

Eine Ausstellung des Freien Deutschen Hochstifts /Goethe-Museums Frankfurt/Main



„dies ist der höchste Punkt der Geselligkeit“-(Rachel Varnhagen)
Literarische Salon der romantischen Ära

vom 22. Februar bis 6. Juni 2010
Varnhagen Salonkultur

Was ist Geselligkeit? Über diese Frage dachte Rahel Levin (1771 – 1833) zeitlebens nach. Die Antwort fand sie bei Goethe: „Freunde, Gleichgesinnte, kommt herein!“

Seine jüdische Leserin beschwor:

„unsre höchsten Gedanken: und bei diesen müssen wir Gleichgesinnte haben; dies ist der höchste Punkt der Geselligkeit, und der tiefste: und daher der Quell und das Mobil aller, noch so geringfügig scheinender“

Die Ausstellung befasst sich mit der Zeit von 1800 – 1880. Sie basiert auf dem umfangreichen Nachlass, den Rahels Witwer Karl August Varnhagen von Ense (1785 – 1858) hinterlassen hat.

Zum 225. Geburtstag Varnhagens, am 21. Februar, eröffnen wir die Ausstellung mit einem Vortrag von Dr. Nikolaus Gatter, dem Vorsitzenden der Varnhagen-Gesellschaft Köln, über den Salonlöwen, der im Jahr der Revolution von 1848 zum Demokraten wurde und in den konservativen Kreisen Berlins fortan kein gern gesehener Gast mehr war.

Seminar „Zirkel, Cliquen, Freundschaftsbünde: von den Salons der Romantik bis zum Speed-Dating“

wird am 15./16. Mai unter Anleitung von Fachhistorikern und erfahrenen Salonieren untersuchen, wie sich „der Quell und das Mobil“ der Geselligkeit im 19. Jahrhundert darstellte – und was Gastgeber heutiger Salons beachten sollten.

Eine Ausstellung der Varnhagen Gesellschaft e.V. Köln



„Herbst-Zeit-Los“ - Landschaftsbilder von Ulrich Harder, Marburg

vom 02. Juli bis 17. Oktober 2010
Harder ein Gemälde

Ulrich Harder ist ein Landschaftsmaler aus Marburg, der seit 1999 als freischaffender Künstler tätig ist. Sein besonderes Interesse gilt dabei dem Lahntal, dass auch Ubbelohde oft als Vorlage für seine Zeichnungen und Gemälde diente. Insbesondere die Landschaftsveränderungen nach den Renaturierungsarbeiten an der Lahn finden sich in seinen Arbeiten wieder.

Ulrich Harder kommt von der abstrakten Malerei und hat Grafik, Malerei und Kunstgeschichte studiert. Dieses Wissen fließt in seine Auseinandersetzung mit der Landschaftsmalerei ein. Ulrich Harder ist ein Maler der ganz im Sinne Ubbelohdes, die Natur- und Kulturlandschaften im Kreis in den Mittelpunkt seiner Arbeit rückt.

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf ehrte das künstlerische Schaffen von Ulrich Harder mit der Verleihung des Otto-Ubbelohde-Preises 2003.

Sabine Harder, die Ehefrau des Künstlers hält die Einführung in die Ausstellung