Märchenhaftes aus dem Nähkästchen

Gestickte Illustrationen von Gertrud Hübner-Nauhaus zu den Märchen der Brüder Grimm

Eine Ausstellung im Marburger Haus der Romantik
27. November 2014 – 8. Februar 2015
Theodor Rocholl - Pferd "Rapunzel", 1979

Zunächst nur zur Freude der eigenen Kinder stickte die Malerin Gertrud Hübner-Nauhaus Bilderbücher nach den Märchen der Brüder Grimm. Die im heutigen Tansania, dem damaligen Deutsch-Ostafrika im Jahr 1900 geborene Künstlerin, verbrachte später ihren längsten Lebensabschnitt in Marburg, wo sie 1989 gestorben ist.

Ihr Interesse an dem Thema der Märchen der Brüder Grimm wurde sicher befördert durch die Tätigkeit ihres Mannes, Alfred Hübner, der seinerzeit wissenschaftlich am Grimm'schen Wörterbuch mitarbeitete. Sehr schnell verselbständigte sich der künstlerische Teil der Arbeit von Gertrud Hübner-Nauhaus.

Als Meisterschülerin von Emil Orlik an der Kunstakademie von Berlin lag ihr Schwerpunkt eher in der Malerei, die sie im Gegensatz zu den gestickten Stoffbüchern auch kommerziell verwertete.

Der Großteil der gestickten Märchenillustrationen entstand in den Jahren zwischen 1960 bis 1980 und ist nun bis Februar 2015 im Marburger Haus der Romantik zu entdecken.


Begleitprogramm zu dieser Ausstellung:

Mi. 26. November 2014:

Eröffnung der Ausstellung
"Märchenhaftes aus dem Nähkästchen"

Mit Einführungsvorträgen von:
Karin Stichnothe-Botschafter - Fachdienst Kultur Stadt Marburg
Hannes Hübner - Sohn der Künstlerin, Heidelberg


"Das tapfere Schneiderlein", 1974

"Dornröschen", 1954
"Dornröschen", 1954



Karoline von Günderrode
im Spiegel zeitgenössischer Künstlerinnen

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Künstlergemeinschaft „Atelier Cölber Mühle“
16. Juli - 9. November 2014
Theodor Rocholl - Pferd Theodor Rocholl - Pferd Theodor Rocholl - Pferd

Bilder von oben links nach rechts:

"Der Tanz mit dem Tod"
Carla Fassold-Luttropp
"Freundinnen"
Anita Badenhausen
"Sehnsucht nach Freiheit"
Waltraud Mechsner-Spangenberg

Die Künstlerinnen Waltraud Mechsner-Spangenberg, Carla Fassold-Luttropp und Anita Badenhausen haben Leben, Werk und den frühen Tod der romantischen Dichterin Caroline von Günderrode, auch bekannt als „Sappho der Romantik“ künstlerisch umgesetzt.

Als Karoline von Günderrode mit 24 Jahren unter dem Pseudonym „Tian“ ihr erstes Buch, Gedichte und Phantasien, veröffentlichte, schrieb Goethe an die Dichterin: „Diese Gedichte sind eine wirklich seltsame Erscheinung.“ Auch der zwei Jahre ältere Clemens Brentano war überrascht: „Ich kann es immer noch nicht verstehen, wie sie Ihr ernsthaftes poetisches Talent vor mir verbergen konnte“.

Caroline von Günderrode schrieb einige der schönsten Gedichte der europäischen Romantik. Ihre Dichtungen sind schwermütig, kühn und eingängig.

Sie bringen den Konflikt zum Ausdruck, in dem sich eine liebende Frau damals befand, die zugleich ihre eigenen Ideen zu verwirklichen suchte; sie nehmen auch das Ende ihres hochgespannten Lebens vorweg: „Ich habe keinen Sinn für weibliche Tugenden, für Weiberglückseligkeit“, bekannte sie mit einundzwanzig Jahren.

„Nur das Wilde, Große, Glänzende gefällt mir. Es ist ein unseliges, aber unverbesserliches Mißverhältnis in meiner Seele; und es wird und muß so bleiben, denn ich bin ein Weib und habe Begierden wie ein Mann, ohne Männerkraft. Darum bin ich so wechselnd und uneins mit mir.“

Mit sechsundzwanzig Jahren beendete sie ihr Leben in Winkel am Rhein.



Theodor Rocholl - der Maler aus dem Reinhardswald

Zur Romantikrezeption in der Malerei

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Hofgeismar
28. März - 6. Juli 2014
Theodor Rocholl - Pferd

Theodor Rocholl war Schlachten-, Landschafts- u. Bildnismaler, Illustrator, Lithograph, Radierer u. Schriftsteller.

Geb. 1854 in Sachsenberg / Waldeck, gest. 1933 in Düsseldorf, wurde aufgrund von Jugendzeichnungen aus dem Reinhardswald an der Dresdner Akademie (Schnorr von Carolsfeld, L. Richter) aufgenommen.

Weitere Studien führten ihn nach München (Piloty) und Düsseldorf (W. Sohn).

Er genoß eine Ausbildung zum Schlachtenmaler, als solcher Teilnahme an verschiedenen Feldzügen, u.a. auf Wunsch des Kaisers an der deutschen China-Expedition 1900 / 01.

Während der ersten beiden Jahre 1914 / 15 des 1. Weltkriegs malte in vorderster Linie.

Seit 1897 engere und seit dem Soldatentod seines Lieblingssohnes im 1. Weltkrieg stark vertiefte Bindung an den Reinhardswald, die sich in seiner Motivwahl deutlich  niederschlägt.

Rocholl erreichte nach mehrjährigem Bemühen 1907 / 08 die Unterschutzstellung alter Hutewald- und Baumbestände an der Sababurg, Grundlage des heutigen Naturparks.

Begleitprogramm zu dieser Ausstellung:

Sa. 17. Mai 2014:

Ganztagsexkursion zur Sababurg und in den Reinhardswald
"Auf den Spuren des Malers Theodor Rocholl“
um telefonische Anmeldung wird gebeten

So. 6. Juli um 18:00

im Marburger Haus der Romantik
Finissage der Ausstellung, Lesung „Von Dornen und Rosen - Poetisches rund um den Reinhardswald“
mit Christian Holtgreve, Museum STERN, Warburg / Westf



Antike trifft Moderne. Kunst am Ei.

Eine Ausstellung der Marburger Künstlerin Lyudmila Lyubimova

13. März 2014 – 4. Mai 2014
Das Ei - 'Antike Tierwelt'
Motiv auf Flieder-Farbe Arabeske Nummer 3 Zauberer Gänseei "Ein Zauberer"

Die Oster-Saison im Marburg beginnt in diesem Jahr mit der Ausstellung „Antike trifft Moderne. Kunst am Ei“ im Marburger Haus der Romantik.

In dieser kleinen, aber vorzüglichen Präsentation von rund 60 kunstvoll gestalteten Nandu,- Straußen,- Schwäne- und Gänseeier werden Wesen und Gestaltungsmöglichkeiten der romantischen Arabeske und ihres wichtigsten Vorbildes Antike deutlich.

In der Romantik gilt die Arabeske als unmittelbarer Ausdruck künstlerischer
Kreativität.

Die von Lyudmila Lyubimova gestalteten Eier haben eine große Wirkung, denn sie malt nicht nur Motive, sondern verstärkt diese durch goldglänzende Verzier-Elemente. Diese Kombination und Vorgehensweise gilt als Alleinstellungsmerkmal der Künstlerin.

Eintritt ist frei.

Die Eier können käuflich erworben werden.

Begleitprogramm zu dieser Ausstellung:

Do. 13. März

Einführungsvortrag der Künstlerin am 13. März um 18:00



E.T.A. Hoffmann – Spiegelungen.

Lebensansichten eines Universalkünstlers der Romantik

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Romantikerhaus Jena
8. November 2013 – 16. März 2014
E. T. A. Hoffmann
„Ihr sollt niemals aufhören zu leben,
ehe ihr gestorben,
welches manchem passiert
und ein gar ärgerliches Ding ist“

Das schrieb E.T.A. Hoffmann zwei Jahre vor seinem Tod und er selbst hat diese Maxime beherzigt: Kaum zu glauben, welch großartiges und vielgestaltiges Werk er in nur 46 Lebensjahren geschaffen hat, und das angesichts der politischen Turbulenzen seiner Zeit.

Die Schlachten der napoleonischen Kriege, der Fall und Wiederaufstieg Preußens, Belagerungen, Epidemien, Versorgungsnöte und nicht zuletzt geschlossene Theater haben immer wieder seine Pläne vom Künstlerleben durchkreuzt.

Vor diesem Hintergrund praktizierte er den ungeliebten Brotberuf der Juristerei, der ihn immerhin als Kammergerichtsrat bis an das höchste preußische Gericht geführt hat.

Kollegen zollten dem Juristen Hoffmann ihren höchsten Respekt. Ihm selbst bescherte sein Beruf nur „Unmuth und Langeweile“ und wann immer ihn die Langeweile überkam, stellte er sein Zeichentalent in den Dienst seiner Spottlust und krausen Phantasie – vor allem Karikaturen sind von ihm überliefert.

Doch Hoffmanns große Liebe galt der Musik. Nach dem von ihm hochverehrten Mozart legte er sich den Vornamen Amadeus zu. Er komponierte Singspiele, Sinfonien und kleine Orchesterstücke. Aber auch wenn seine Oper „Undine“ viel gelobt und oft gespielt wurde – das erträumte Leben als Komponist und Kapellmeister wollte nicht gelingen.

Bedeutend erfolgreicher war Hoffmann in seiner Zweit-und Hauptbegabung als Dichter. Dort hat er bereits zu Lebzeiten Ruhm geerntet, wenn auch den eher zweifelhaften Ruhm als „Gespensterhoffmann“.

Er bediente das Verlangen seiner Leser nach dem Düsteren und Abseitigen, nach dem exquisiten Nervenkitzel. Seine lebenden Puppen und Automaten, die geheimnisvollen Nachtgestalten und sprechenden Salamander, die wunderlichen Musiker und weltfernen Mönche, die meditierenden Kater, die Doppelgänger und Magnetiseure gelten uns heute als Inbegriff romantischer Dichtkunst.

Hoffmann war ein unbedenklicher Schnellschreiber und dennoch hat er immer wieder Außergewöhnliches geschaffen. Seine Texte sind durchglüht von einer rastlosen Phantasie, von schaurigem Witz und extatischer Sprache.

Leichthändig und dennoch raffiniert hat er das Phantastische in der Wirklichkeit verwurzelt, hat eine begehbare Brücke zwischen Leben und Poesie geschlagen und sich so als wahrhaft romantischer Autor erwiesen.

Begleitprogramm zu dieser Ausstellung:

Sa. 16. November:

Halbtagsexkursion nach Laubach "Auf den Spuren von „Rat Krespel“

Do. 12. Dezember 2013 um 20:15 Uhr

im Cineplex live aus dem Royal Opera House London:
„Der Nußknacker“ (Ballett) von Peter Tschajkowskij
nach E.T.A. Hoffmanns Märchen „Nußknacker und Mausekönig“

Mi. 12. Februar 2014 um 19:45 Uhr

im Cineplex live aus dem Royal Opera House London:
„Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart

Do. 13. Februar um 18:00 Uhr

im Marburger Haus der Romantik
E.T.A. Hoffmanns „Don Juan“ von der CD als Hörbuch

So. 9. März um 17:00

im Marburger Haus der Romantik
Finissage der Ausstellung mit Lesung aus Hoffmanns „Lebens-Ansichten des Katers Murr“
mit Jürgen Rupprath und Musik